Faust. hier + jetzt

Theaterprojekt

12. Klasse der Freien Waldorfschule Essen

Leitung Katharina Lökenhoff

Fotos Stephan Litschke und Andreas Schmitz

 

Ausstellung

zu der Gruppenausstellung
“überMACHT“

“Macht selbst“
In meiner Arbeit interessieren mich Bedingungen
und Potential des Menschseins.
Ideal und Abgrund werden konfrontiert.
Scheitert der Mensch z.B. an der Illusion,
Macht haben zu können?
Im Gestalten von Menschenbildern frage ich mich:
Kann das Individuum der Macht widerstehen
oder erliegt es ihr?
Kann ich einem Menschen seinen Umgang
mit Macht ansehen?
Verzichte ich selbst auf Manipulation durch Macht
und kann ich mich stattdessen freudvoll meiner
selbst ermächtigen?

Konkret wird diese Befragung zu einer Bewegung
im Medium von Farbe und Linie. Grundsubstanz
ist dabei eine Art Wachshaut, in der sich etwas von
dem Lebendigen und Sensiblen des Menschlichen zeigt.
Jedes Bild fragt: “Was mache ich selbst mit der Macht?“

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Video

“homeless wedding“ 2016


Venedig
Tauben kämpfen um einen Pfirsichkern
zwei chinesische Brautjungfern
Wasser überströmend
ein Frauenkörper

Venice
pigeons fighting for a peach stone
two chinese bridesmaids
overflowing water
a woman´s body

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Rauminstallation / Performance

antipaniccocoon

Der Prozess innerhalb des Projekts “antipaniccocoon“ wird hier zu sehen sein.
Der Arbeit liegt eine Sehnsucht zugrunde, die sich in einem Gedicht Rainer Maria Rilkes widerspiegelt:

“Träume, die in Deinen Tiefen wallen,
aus dem Dunkel lass sie alle los.
Wie Fontänen sind sie, und sie fallen
Lichter und in Liederintervallen
Ihren Schalen wieder in den Schoß.

Und ich weiss jetzt: wie die Kinder werde.
Alle Angst ist nur ein Anbeginn;
Aber ohne Ende ist die Erde,
Und das Bangen ist nur die Gebärde,
Und die Sehnsucht ist ihr Sinn.“

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Ausstellung

Haut und Knochen / skin and bone / Peau et les os

Katharina Lökenhoff und Jems Robert Koko Bi in der Galerie#23, Frohnstraße 9, 42555 Velbert (Herbst 2014)

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Katharina Lökenhoff und Jems Robert Koko Bi und ist als Dialog konzipiert. Der menschliche Körper existiert nur in der Wechselwirkung von Haut und Knochen, die Prozesse zwischen beiden Polen machen ihn lebendig.

Die Holzskulpturen des ivorischen Künstlers Jems Robert Koko Bi können durch Materialität und inhaltliche Substanz mit dem Phänomen Knochen konfrontieren. Das Thema Haut im Werk von Katharina Lökenhoff steht zunächst im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Material, welches Grundlage ihres Arbeitsprozesses ist: Eine hautähnliche Substanz aus Wachs und Seide.

Häutung als Synonym für das Potential menschlicher Entwicklung ist dabei das zentrale Thema ihres Konzepts. Es umfasst vier Arbeitsbereiche:

  • Wachshautbilder
  • Kokon-Installation und Performance
  • Video Hautung – Apokal II
  • Maskenprojekt

Warum Hautung?

Katharina Lökenhoff fasziniert die kulturell gleichzeitig unterscheidende und verbindende Vielschichtigkeit von Haut. Sie interessiert nicht nur als Organ, sondern als Spiegel der Seele und unseres Lebens. Sie wird thematisiert als einmaliges interkulturell-menschliches Phänomen einer Grenze zwischen dem Innen und Außen eines jeden Körpers. Die Arbeiten inspirieren zu individuellen Häutungsprozessen.

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Manasas Traum Dokumentation

Performance

»Hautung«, die gleichermaßen das Behäuten und das von alter Haut Befreien thematisiert, ist der zentrale Prozess dieser Arbeit.

Manasa ist die Hüterin der Schlangen, sie kann sich häuten, ohne zu sterben. Nur wer ohne Angst zu der Göttin kommt erfährt ihre Güte und Liebe, die Anderen tötet ihr Gift.

In Konfrontation mit den Wesen auf lebensgroßen Wachshautbildern und einem ca. 2,70 m hohen Kokon entwickelt die Tänzerin Pavlina Cerna ihre Performance.

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Brautkämmerchen

Ein etwa 2,70 m hoher Wachshaut-Kokon lädt zum Eintreten ein und umhüllt den Einzelnen mit einer Art Zweithaut. Möglich wird eine kleine Weile der Verpuppung und Selbstkonfrontat

Video

Hautung – Apokal II

Der Körper wird von Kopf bis Fuß in Wachshaut eingenäht. Die Einstiche mit rotem Faden können als Verletzungen im eigenen Innern des Betrachtenden erlebt werden. Die Außenwelt wird als Innenwelt erlebt. Das eigene Innere scheint im Außen wahrnehmbar.

Diese »Hautungen« werden durch Überlagerung mit Motiven der gezeichneten Wachshautarbeiten konfrontiert. Durch diese lyrisch-apokalyptische Kombination zwischen Intimität naher Körperlichkeit und Universalität archetypischer Bildmotive entsteht eine sich wie selbst erzählende, immer wieder neu verknüpfende Geschichte, die in einen jenseitig scheinenden Tanz überleitet.

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Wachshautarbeiten

Die Wachshautarbeiten von Katharina Lökenhoff zeigen wundersam poetische Bildwelten. Wir sehen Wesen fremder Sphären zwischen figürlicher Konkretheit und geheimnisvoller Abstraktion. Auf einer Haut aus Wachs entstehen durch Tuschelinien und Farbverläufe symbolische Situationen zwischenmenschlichen Lebens. Zart und gleichermaßen unerbittlich durchdringen sich hier Szenarien voller Licht und mystische Abgründigkeit. Die Figuren zelebrieren nicht selten eine lustvolle Körperlichkeit oder offenbaren in majestätischer Deformierungen ihre Doppelnatur. Jede einzelne Wachshaut spiegelt dabei eine unerzählbare Geschichte, die den Betrachter an eigene Erfahrungen zwischen Traum und Realität erinnern kann.

Besonders die Arbeiten nach 2012 sind auch als interkulturelle Transformationen zu sehen. In der assoziativen, spielerischen Kombination europäischer und afrikanischer Sujets zeigen sich archetypische Szenen, die uns vielleicht grundlegend Menschliches wiederentdecken lassen. Die seit 2013 entstehenden großformatigen Arbeiten entwickeln sich aus (über)-lebensgroßen Körpersilhouetten, die wie Häutungen mystisch-futuristischer Wesenheiten im Raum zur Begegnung herausfordern.

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masks

Welchen Bezug hat die weltweit verbreitete Angewohnheit des »selfie«-Machens mit der kollektiven Auseinandersetzung mit »Masken«?

Verbirgt die Maske in Europa eine Persönlichkeit, so bringt z.B. die Masken-Performance in Westafrika eine Wesenheit zur Erscheinung. Gibt es einen Zusammenhang zwischen kultischen Masken und dem aktuellen »Maskieren« bzw. Inszenieren in den sozialen Netzwerken?

Die bemalten Wachshaut-Masken können wie Gesichtshüllen getragen werden. Die Individualität zeigt sich nur noch in der offenen Augenpartie – was in Fotos dokumentiert und explizit sichtbar gemacht wird. Inwieweit kann vielleicht das Verhüllen und Maskieren des Gesichts etwas fundamental Menschliches offenbaren?

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